Gefährdungsbeurteilung Vorlage: Muster als Word und PDF, mit Beispiel
Leere Vorlage für die Gefährdungsbeurteilung als Word-Datei und ein ausgefülltes Muster einer Tischlerei als PDF – mit Anleitung, was laut § 6 ArbSchG hineingehört.
Eine gute Vorlage für die Gefährdungsbeurteilung spart Zeit beim Aufschreiben – aber nicht beim Denken. Die Spalten geben vor, was dokumentiert werden muss. Was in die Zeilen gehört, hängt von Ihren Maschinen, Stoffen und Abläufen ab. Hier finden Sie eine leere Vorlage für Word, ein ausgefülltes Muster aus einer Tischlerei und eine Anleitung, wie Sie die Vorlage richtig füllen.
Vorlage und Muster zum Download
↓Vorlage Gefährdungsbeurteilung (Word, leer)DOCX · 11 KB · Querformat, Spalten nach § 6 ArbSchG, Risikomatrix und STOP-Legende↓Muster: ausgefüllte Gefährdungsbeurteilung einer Tischlerei (PDF)PDF · 1 MB · 34 Seiten · fiktive Schreinerei mit 6 Beschäftigten, inkl. Betriebsanweisungen und Unterweisungsnachweis↓Dasselbe Muster als Word-DateiDOCX · 52 KB · zum Anschauen und AnpassenWas muss in einer Gefährdungsbeurteilung stehen?
Eine Form schreibt das Gesetz nicht vor. § 6 Abs. 1 ArbSchG nennt aber drei Dinge, die aus den Unterlagen hervorgehen müssen: das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung. Daraus ergeben sich die Spalten jeder brauchbaren Vorlage:
| Spalte | Inhalt | Grundlage |
|---|---|---|
| Bereich / Maschine / Tätigkeit | Wo und wobei die Gefährdung auftritt | § 5 Abs. 2 ArbSchG |
| Gefährdung | Was passieren kann, z. B. „Berühren des Sägeblatts“ | § 5 Abs. 1 und 3 ArbSchG |
| Risiko | Bewertung, z. B. S × W nach Risikomatrix | begründet die Priorität |
| Maßnahme | Konkret, nach Rangfolge S-T-O-P | § 4 ArbSchG |
| Verantwortlich, Frist | Wer setzt bis wann um | nachvollziehbare Umsetzung |
| Wirksamkeit geprüft | Datum, Kürzel, Ergebnis | § 6 Abs. 1 ArbSchG |
Dazu ein Kopf mit Betrieb, Bereich, Datum, Version und verantwortlicher Person, am Ende Datum und Unterschrift.
Wie sieht eine Gefährdungsbeurteilung aus? Beispiel Tischlerei
So sieht das ausgefüllte Muster aus – die erste Seite mit Übersicht und eine Seite mit Zeilen zur Formatkreissäge:


PDF, Word oder Excel?
| Format | Gut für | Nachteil |
|---|---|---|
| Ablage, Vorlage bei BG oder Behörde, Ausdruck | Nicht änderbar – bei jeder Änderung neu erzeugen | |
| Word | Fließtext, Betriebsanweisungen, kleine Betriebe | Lange Tabellen werden unübersichtlich |
| Excel | Viele Zeilen, Filtern nach offenen Maßnahmen | Schlecht lesbar ausgedruckt, keine Unterschrift |
Rechtlich sind alle gleichwertig. Wichtig ist, dass der aktuelle Stand mit Datum erkennbar ist und ältere Stände nachvollziehbar bleiben.
Vorlage ausfüllen in 7 Schritten
- Kopf ausfüllen: Betrieb, Bereich, Datum, wer verantwortlich ist und wer beteiligt war.
- Rundgang machen: jede Maschine und jeden Arbeitsplatz notieren, am besten mit Handyfotos.
- Gefährdungen eintragen: pro Maschine die typischen Unfälle aus dem Branchenregelwerk (für Tischlereien: DGUV Regel 109-606), dazu Holzstaub, Lärm, Brand, Verkehrswege, psychische Belastung.
- Bewerten: Schwere mal Wahrscheinlichkeit, siehe Risikomatrix.
- Maßnahmen festlegen: erst technisch, dann organisatorisch, dann PSA – und notieren, was schon da ist und was fehlt.
- Verantwortliche und Fristen eintragen; hohe Risiken „sofort“.
- Unterschreiben, unterweisen, nachprüfen: nach einigen Wochen prüfen, ob die Maßnahmen wirken, und das Ergebnis eintragen.
Checkliste: typische Lücken in Vorlagen
- Psychische Belastungen fehlen, obwohl § 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG sie ausdrücklich nennt.
- Keine Spalte für das Ergebnis der Wirksamkeitsprüfung – genau das verlangt § 6 Abs. 1 ArbSchG.
- Besonders Schutzbedürftige (Jugendliche, Schwangere) nicht berücksichtigt (§ 4 Nr. 6 ArbSchG).
- Allgemeine Gefährdungen wie „Maschinen“ statt konkreter Maschinen mit Typ.
- Kein Datum, keine Version – unklar, welcher Stand gilt.
- Keine Verbindung zu Betriebsanweisungen und Unterweisung.
Vorlage oder fertige Gefährdungsbeurteilung?
Eine Vorlage ist ein leeres Formular: Gefährdungen, Bewertungen und Maßnahmen müssen Sie selbst finden und formulieren. Für eine Tischlerei mit zehn Maschinen sind das schnell 40 Zeilen. Mit GBUklar fotografieren Sie stattdessen Ihre Maschinen; erkannt werden Maschine, Hersteller und vorhandene Schutzeinrichtungen, und Sie erhalten eine ausgefüllte Gefährdungsbeurteilung wie im Muster oben – mit Betriebsanweisungen und Unterweisungsnachweis. Die erste Seite sehen Sie gratis, das ganze Dokument kostet 149 € einmalig. Prüfen und unterschreiben müssen Sie trotzdem selbst.
Häufige Fragen
Gibt es eine offizielle Vorlage für die Gefährdungsbeurteilung?
Eine vorgeschriebene Vorlage gibt es nicht. Berufsgenossenschaften bieten Branchenhilfen an, für Tischlereien etwa die BGHM. Jede Vorlage muss auf den eigenen Betrieb übertragen werden.
Darf ich ein Muster aus dem Internet übernehmen?
Als Ausgangspunkt ja, ungeprüft nein. Die Gefährdungsbeurteilung muss die tatsächlichen Arbeitsplätze und Maschinen Ihres Betriebs beschreiben (§ 5 ArbSchG).
Welches Format ist erlaubt?
Jedes: Papier, Word, Excel oder PDF. § 6 ArbSchG verlangt nur, dass Ergebnis, Maßnahmen und Ergebnis der Überprüfung aus den Unterlagen hervorgehen.
Maschinen mit dem Handy fotografieren, Gefährdungen und Maßnahmen als PDF erhalten – mit Betriebsanweisungen und Unterweisungsnachweis. Erste Seite gratis ansehen, 149 € einmalig.
Kostenlose Vorschau →Quellen
Alle Angaben geprüft am 14.10.2026 an den Originaldokumenten.
- §§ 4, 5, 6 Arbeitsschutzgesetz – Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de
- DGUV Vorschrift 1, § 3 – DGUV, November 2013
- DGUV Regel 109-606 „Branche Tischler- und Schreinerhandwerk“ – DGUV, April 2019, geändert Mai 2022
- Handbuch Gefährdungsbeurteilung – Prozessschritte – BAuA
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung und keine Beratung durch Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Berufsgenossenschaft.